QueerHistoryMonth Hamburg

Hamburgs Geschichte(n) queeren

Jedes Jahr vom 1. bis 31. Mai wird Hamburg zum lebendigen Archiv: Beim QueerHistoryMonth wird gezeigt wie vielfältig, mutig und kreativ queere Geschichte ist.

Als Gemeinschaftsprojekt von Vereinen, Initiativen und Einzelpersonen entsteht ein buntes Programm. Ob Musikbingo, Pubquiz, Ausstellungen oder historische Rundgänge: Überall gibt es queere Geschichte(n) zu erleben.

Alle sind herzlich willkommen – Kings, Quings, Queens, Allies, Freunde, (Wahl-) Familien und alle dazwischen und außerhalb. Gemeinsam stehen wir ein für Menschenrechte und Vielfalt.

QueerHistoryMonth: Preisträgerin des Hamburg Pride Community Awards 2026​

Danksagung

Diese Auszeichnung gehört der Community

Was für eine Wertschätzung. Was für eine Ehre. Danke.

Der Hamburg Pride Community Award 2026 wurde an den QueerHistoryMonth Hamburg verliehen. Diese Anerkennung bedeutet uns unglaublich viel.

Gleichzeitig umfasst die Auszeichnung viel mehr Menschen, als nur unser Kern-Team. Wir nehmen sie stellvertretend entgegen für all die Menschen, die den QueerHistoryMonth jedes Jahr mit Leben füllen: im Mai 2026 waren es über 150 ehrenamtlich Engagierte, zahlreiche Organisationen, Initiativen, Künstler:innen, Referent:innen, Zeitzeug:innen und die vielen Besucher:innen, die gemeinsam mit uns Geschichte sichtbar machen.

Wir haben an 31 Tagen mehr als 50 Veranstaltungen an über 80 Terminen ermöglicht. Hinter jeder einzelnen Veranstaltung stehen Menschen, die ihre Zeit, ihr Wissen, ihre Perspektiven und ihre Geschichten eingebracht haben.

Ihr alle macht den QueerHistoryMonth zu dem, was er ist: einen Raum, in dem wir queere Geschichte(n) erzählen und gleichzeitig queere Geschichte(n) in Hamburg weiterschreiben.

Diese Auszeichnung würdigt deshalb nicht nur ein Projekt. Sie würdigt eine Gemeinschaft.

Warum queere Geschichte wichtig ist

Queere Geschichte wurden lange nicht dokumentiert, aktiv verschwiegen und nicht als Teil unserer gemeinsamen Stadtgeschichte sichtbar gemacht. Queere Geschichtsarbeit schließt solche Leerstellen – jedoch nicht nur Leerstellen in der Geschichtsschreibung, sondern auch Leerstellen im Leben von Menschen.

Geschichte ist nicht nur Vergangenheit. Sie kann beeinflussen, wie Menschen sich selbst verstehen und ob sie sich als Teil einer Gemeinschaft erleben. Geschichte(n) erzählen ist weit mehr als Geschichtsschreibung. Es ist ein sozialer Prozess, der Identitäts- und Zugehörigkeitsgefühle stärken und Resilienz und Solidarität fördern kann. Besonders für marginalisierte Communities ist Geschichte(n) erzählen eine Grundlage dafür, Gemeinschaft aufzubauen und weiterzugeben.

Geschichte(n) erzählen hat Wirkung

  • Gemeinsam stiften wir Zugehörigkeit. Zu wissen, dass Generationen vor uns ähnliche Erfahrungen gemacht, ähnliche Kämpfe geführt und ähnliche Hoffnungen getragen haben, vermittelt ein Gefühl von Verbundenheit: Ich bin Teil einer Geschichte. Ich bin nicht allein. Dieses gemeinsame Erinnern kann Identität schaffen, den Zusammenhalt stärken und aus vielen einzelnen Geschichten eine Community machen.
  • Gemeinsam schaffen wir Empathie. Geschichten berühren anders als Daten. Wer einem Menschen zuhört, begegnet ihm nicht mehr als einer abstrakten Gruppe, sondern als Mensch. Das kann zu mehr Verständnis beitragen oder Vorurteile abbauen – innerhalb der Community und in der gesamten Stadtgesellschaft. Erinnerungsarbeit ist Demokratiearbeit.
  • Gemeinsam stärken wir Resilienz. Gemeinsame Erinnerungen schaffen ein gemeinsames Wir. Wer sich als Teil einer gemeinsamen Geschichte erlebt, engagiert sich eher für andere und übernimmt Verantwortung. So wird Geschichte(n) erzählen zur Grundlage von Ehrenamt, Solidarität und einer Community, die ihre Zukunft selbst gestaltet.
  • Gemeinsam fördern wir Solidarität. Gerade für marginalisierte Menschen kann die Erkenntnis, Teil einer langen Geschichte von Widerstand, Fürsorge und Gemeinschaft zu sein, unglaublich stärkend sein. Wer weiß: Ich bin nicht allein, findet leichter Halt in der Gemeinschaft. Das macht uns widerstandsfähiger gegen Ausgrenzung und gegen den Versuch, Menschen oder Communities gegeneinander auszuspielen. So kann Solidarität entstehen. Genau darin liegt die gesellschaftliche Kraft unserer Arbeit.

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Erinnerungsarbeit ist Demokratiearbeit

Der QueerHistoryMonth ist nicht nur ein Festival für Geschichte(n) – aus vielen einzelnen Geschichten entsteht Gemeinschaft. Wo Geschichten fehlen, fehlt Menschen oft auch das Gefühl, ein Teil einer Community zu sein. Der QueerHistoryMonth versucht diese Lücken zu schließen, so dass aus Geschichte(n) erzählen Verbindung und Solidarität erwachsen kann.

Gerade angesichts des Anschlags auf den Berliner CSD am 25. Juli 2026 wird sichtbar, warum Räume der Begegnung, Erinnerung und Gemeinschaft weiterhin notwendig sind. Queere Menschen stehen auch in Deutschland weiterhin unter Druck – politisch, gesellschaftlich und durch Hasskriminalität. Umso wichtiger sind Orte, die Solidarität stärken, Resilienz fördern und Menschen miteinander verbinden.

Demokratie entsteht nicht von allein. Sie lebt von Begegnung, Dialog und der Bereitschaft, Vielfalt nicht nur auszuhalten, sondern als Stärke zu begreifen.

Das Private ist politisch. Und Geschichte(n) erzählen ist ein politischer Akt. Wer die Geschichte einer Gemeinschaft kennt, kann ihre Gegenwart anders einordnen. Genau darin liegt die Kraft des QueerHistoryMonth: Erinnerungsarbeit ist Demokratiearbeit.

Wir danken Hamburg Pride e.V. für diese besondere Auszeichnung.

Und wir danken allen, die den QueerHistoryMonth mit ihrem Engagement, Wissen und Herzen möglich machen.

Diese Auszeichnung trägt viele Namen. Sie steht für viele Geschichten, viele Stimmen und viele Menschen. Dieser Award gehört uns allen – der Community.

Mira-Kristin, Hans-Dieter, Miriam und Laura

Gemeinsam ausgezeichnet:

Maren Kroymann (links) wurde mit dem Ehren-Pride-Award 2026 ausgezeichnet. Sie erhielt den Preis für ihr langjähriges Engagement, ihre Vorbildfunktion für die queere Community und ihren Einsatz für Themen wie Gleichbereichtigung  und Diversität. 

Mira-Kristin Saitzek (rechts) nimmt den Pride Community Award 2026 für den QueerHistoryMonth Hamburg entgegen. Die Auszeichnung würdigt das Engagement für queere Erinnerungskultur, Sichtbarkeit und die Stärkung der Community.

Aufnahme bei der Pride Gala am 25. Juli 2026 im Curio-Haus Hamburg

Foto @ Jenny Saitzek, 2026

SchirmQueerSchaft

Dr. Gottfried Lorenz

Die Gegenwart verstehen kann nur, wer deren Geschichte kennt. Dies gilt gerade in einer Zeit, in der Geschichte keinen hohen Stellenwert hat. Insbesondere die Geschichte der Verfolgung und die Erzählungen von Diskriminierung sexueller und geschlechtlicher Minderheiten verdienen unsere Aufmerksamkeit. Dies ist das Ziel von QueerHistoryHamburg, die seit Mai 2024 den QueerHistoryMonth begehen – als einen Monat, der der Geschichte queerer Menschen gewidmet ist. In zahlreichen Veranstaltungen werden von unterschiedlichen Menschen der queeren Community Hamburgs sexuelle und geschlechtliche Vielfalt thematisiert, die Geschichte der verschiedenen Gruppen dieser Community aufgearbeitet und Perspektiven für die Zukunft diskutiert.
 
Gerne unterstütze ich dieses Projekt von QueerHistoryHamburg und wünsche deren Arbeit Resonanz und Erfolg! Möge der QueerHistoryMonth Hamburg als Monat der Geschichte queerer Menschen dazu beitragen, ein bessseres Verständnis für die LGBTQIA+ Community zu schaffen und Vorurteile abzubauen.
 
Dr. Gottfried Lorenz

Co-Autor des Buches „Hamburg auf anderen Wegen: Die Geschichte des schwulen Lebens in der Hansestadt“

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